Schleifgummis
Ein Schleifgummi für Skikanten ist ein elastisches Schleifwerkzeug zum Entrosten, Entgraten und gezielten Entschärfen von Ski- und Snowboardkanten. Je nach Härte kann damit eine Skikante unterschiedlich stark bearbeitet werden.
Welchen Schleifgummi brauchst Du?
- Weich: zum Entfernen von leichtem Rost und zum gezielten Entschärfen der Skikante
- Hart: zum Entfernen von Schleifgraten, ohne die scharfe Kante unnötig abzurunden
- Extrahart: zum besonders präzisen Entgraten und Finishen der Skikante
Ein Schleifgummi gehört für mich zur Grundausstattung beim Skikanten schleifen. Ein weicher Schleifgummi passt außerdem problemlos in die Jackentasche und kann auf der Piste hilfreich sein, wenn eine Kante nach dem Service unangenehm aggressiv oder hakelig reagiert.
Ralf 's Kauftipps
Schleifgummis
Wofür braucht man einen Schleifgummi?
Ein Schleifgummi wird hauptsächlich für drei Arbeiten verwendet:
1. Skikante entschärfen
Mit einem weichen Schleifgummi wird nach dem Schleifen die Skikante vorne und hinten etwa 10 cm weit gebrochen. Das reduziert die Gefahr des Verschneidens.
2. Rost entfernen
Leichter Flugrost auf der Stahlkante lässt sich mit einem Schleifgummi entfernen. Bei stärkerem Rost oder Beschädigungen sind andere Schleifwerkzeuge besser geeignet.
3. Schleifgrat entfernen
Nach dem Schleifen kann an der Skikante ein feiner Grat zurückbleiben. Dieser sollte entfernt werden, damit eine saubere und gleichmäßige Schneidkante entsteht. Das geht mit einer Diamantfeile oder einem harten Schleifgummi.
Weicher oder harter Schleifgummi?
Der wichtigste Unterschied zwischen Schleifgummis ist die Härte.
Weicher Schleifgummi
- Ein weicher Schleifgummi passt sich stärker an die Form der Skikante an. Dadurch kann er die scharfe Kantenspitze relativ schnell abrunden.
- Das ist gewollt, wenn Du eine Kante gezielt entschärfen möchtest. Auch zum Entfernen von leichtem Flugrost ist ein weicher Schleifgummi gut geeignet.
- Zum präzisen Entgraten einer fertig geschliffenen und scharfen Skikante musst Du dagegen vorsichtig arbeiten, damit die Kantenspitze nicht unnötig abgerundet wird.
Harter Schleifgummi
- Ein harter Schleifgummi verformt sich weniger und lässt sich dadurch präziser führen.
- Er eignet sich besonders zum Entfernen von Schleifgraten nach dem Kantenschleifen. Weil sich der harte Gummi weniger um die Kantenspitze legt, ist die Gefahr geringer, eine frisch geschärfte Kante unbeabsichtigt abzurunden.
Extraharter Schleifgummi
- Ein extraharter Schleifgummi arbeitet noch präziser und eignet sich zum feinen Entgraten und Finishen einer bereits geschliffenen Skikante.
- Er ist vor allem für Anwender interessant, die ihre Kanten sehr exakt bearbeiten und möglichst wenig von der eigentlichen Kantenschärfe verändern möchten.
Welcher Schleifgummi ist der richtige?
Du möchtest Rost entfernen oder eine Kante entschärfen?
→ weicher Schleifgummi
Du möchtest nach dem Kantenschleifen einen Grat entfernen?
→ harter Schleifgummi oder Diamantfeile
Du möchtest möglichst präzise entgraten und finishen?
→ extraharter Schleifgummi oder Diamantfeile
Mein Tipp
Wenn Du nur einen Schleifgummi kaufen möchtest, würde ich einen weichen oder mittelharten Allround-Schleifgummi wählen.
Möchtest Du damit auch einen Schleifgrat entfernen, ist zusätzlich ein harter oder extraharter Schleifgummi eine Option zur Diamantfeile.
Muss man Skikanten vorne und hinten brechen?
Unter „Kanten brechen“ versteht man das gezielte Entschärfen der Endzonen der Skikante mit einem Schleifgummi.
Ob Du die Kanten brechen solltest, ist vor allem eine Frage des Skityps, des Fahrkönnens und der Fitness. Eine nicht gebrochene Skikante bietet auf Eis nicht automatisch mehr Kantengriff. Für den entscheidenden Halt ist vor allem der Bereich der Skikante unter der Bindung wichtig.
Der Unterschied liegt hauptsächlich darin, wann die Kante greift und wie leicht sie sich wieder aus dem Schnee löst.
Bleibt die Kante vorne bis in die Skispitze scharf, greift sie sehr früh. Der Ski reagiert dadurch schneller und direkter auf Bewegungen des Fahrers – aber auch auf Fahrfehler. Für die meisten Freizeitfahrer bringt das keinen wirklichen Vorteil.
Bleibt die Kante hinten bis zum Skiende scharf, führt der Ski zwar besser, aber dreht bei gerutschten Schwüngen schlechter weil der Ski dann hinten hängen bleibt.
Besonders im Laufe eines Skitages, wenn Kraft und Konzentration nachlassen, können diese Eigenschaften das Sturzrisiko deutlich erhöhen.
Bewährte Faustregel
Für die meisten Skifahrer empfehle ich deshalb, die Skikanten vorne und hinten vom jeweiligen Auflagebereich etwa 10 cm in Richtung Skimitte zu brechen. Diese einfache Regel hat sich im Skiservice seit Jahrzehnten bewährt.
Eine durchgehend scharfe Kante kann bei sehr guten Fahrern auf Slalomcarvern sinnvoll sein, die den Ski bewusst und sauber über die Kante fahren und eine möglichst frühe und direkte Reaktion wünschen.
Für die meisten anderen Skifahrer überwiegen die Vorteile der gebrochenen Endzonen: Der Ski reagiert gutmütiger, lässt sich leichter drehen und verzeiht Fahrfehler besser, ohne dass dadurch der entscheidende Kantengriff unter der Bindung verloren geht.
Fazit
Wer sich nicht sicher ist, ob er seine Ski- oder Snowboardkanten brechen soll, macht es ganz einfach: Die Kanten zunächst nicht brechen und auf der Piste ausprobieren, wie man damit klarkommt.
Nimm einen weichen Schleifgummi mit auf die Piste. Greift der Ski vorne zu früh und zu direkt oder bleibt das Skiende beim Drehen hängen, kannst Du die Kanten vorne und hinten direkt auf der Piste schrittweise brechen.
So kannst Du selbst ausprobieren, welche Abstimmung am besten zu Deinem Fahrstil passt.
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