Alle Skiwachse sind mit einem (fast) einheitlichen Farbsystem ausgezeichnet. Jede Farbe ist dabei einem bestimmten Temperaturbereich und den dazu passenden Schneebedingungen zugeordnet.
Das Ganze hat mit dem Verhältnis Paraffin/Härter zu tun. Je größer der Parafinanteil desto wasserabstoßender ist das Wachs, je mehr Härter desto abriebfester ist es.
Offiziell gibt es die drei Hauptfarben gelb, rot und blau. Dazu weiß mit einer Doppelbedeutung sowie von Swix die Zwischenfarbe violett und das sehr harte türkis. Und als Additiv das Molybdänwachs in der Farbe anthrazit.
Universalwachse weiß, pink, rot, beige
Diese sind farblich nicht festgelegt, hier macht jeder Hersteller was er für gut findet. Bei Toko und Swix sind es vorwiegend weiße Wachse, bei Holmenkol weiß und pink. Dann gibt es noch pflanzenbasierende Bio-Wachse in beige. Die Eigenschaften:
- Härte: mittelhart
- Temperaturbereich: +10 bis -20 Grad Lufttemperatur
- Schneeart: funktioniert bei allen Schneearten
- Bügeltemperatur: 130 bis 140 Grad
- Vorteil: breiter Einsatzbereich und hohe Abriebfestigkeit
- Einsatzbereich: preiswertes Tageswachs
Spezialwachs weiß
Weiße Wachse waren ursprünglich reine Paraffinwachse ohne Härter für sehr nasse Schneebedingungen. Inzwischen sind es Wachse mit sehr hohem Härteranteil für eisige Pisten und Loipen. Die Eigenschaften:
- Härte: hart
- Temperaturbereich: +10 bis -20 Grad Lufttemperatur
- Schneeart: Eis, Universal
- Bügeltemperatur: 120 bis 150 Grad
- Vorteil: extrem Abriebfest
- Einsatzbereich: Langlauf Langstrecken, Grundwachs für Liquidwachse
Weiße Wachse nimmt man heute als Untergrund für Liquidwachse.
Naßschneewachs gelb
Für nassen Schnee braucht man Wachse die sehr wasserabstoßend sind damit sich der Ski nicht festsaugt. Da Naßschnee sehr grobkörnig ist spielt die Abriebfestigkeit keine Rolle. Deshalb brauchen gelbe Wachse wenig Härter, nutzen sich allerdings sehr schnell ab wenn man auf aggressivem Schnee unterwegs ist. Die Eigenschaften:
- Härte: weich
- Temperaturbereich: +10 bis -4 Grad Lufttemperatur
- Schneeart: nasser Schnee, grobkörniger Schnee
- Bügeltemperatur: 110 bis 130 Grad
- Vorteil: stark wasserabstoßend, niedrige Bügeltemperatur
- Einsatzbereich: Wachs für nasse Bedingungen, Reinigungswachs
Gelbe Wachse nimmt man wenn man einen Schneeball formen kann und bei dem auf Druck Wasser austritt. Nicht unbedingt geeignet bei wechselnden Schneeverhältnissen.
Feuchter Schnee rot
Rote Wachse sind die meistverwendeten Skiwachse da sie einen breiten Einsatzbereich abdecken und gute Gleiteigenschaften mit hoher Abriebfestigkeit vereinen. Die besten Wachse für trockenen bis feuchten Schnee. Die Eigenschaften:
- Härte: mittelhart
- Temperaturbereich: +2 bis -10 Grad Lufttemperatur (siehe Herstellerangabe)
- Schneeart: trockener Schnee, feuchter Schnee
- Bügeltemperatur: 130 bis 140 Grad
- Vorteil: schnell und abriebfeste, gutes Universalwachs
- Einsatzbereich: Wachs für feuchte Bedingungen, Schutzwachs, Grundwachs
Rote Wachse nimmt man wenn man einen perfekten Schneeball formen kann bei dem auf Druck aber kein Wasser austritt. Wird auch als Grundwachs zur Neuskipräparation und als Schutzwachs für Transport und Lagerung verwendet.
Trockener Schnee violett
Violettes Wachs gibt es nur von Swix. Sie sind etwas härter und damit abriebfester als rote Wachse. Damit ideal für trockenen, nicht zu kalten Schnee. Violett kannst Du auch selber aus rot und blau mischen. Je mehr blau desto abriebfester. Violette Wachse sind auch hervorragende Universalwachse. Die Eigenschaften:
- Härte: mittelhart-hart
- Temperaturbereich: -2 bis -8 Grad Lufttemperatur
- Schneeart: trockener Schnee, Neuschnee
- Bügeltemperatur: 130 bis 140 Grad
- Vorteil: schnell und abriebfest, gutes Universalwachs
- Einsatzbereich: Wachs für feinkörnigen Schnee unterhalb des Gefrierpunktes
Violette Wachse nimmt man wenn man einen guten Schneeball formen kann der sich aber eher trocken anfühlt bzw. eher leicht ist.
Kalter Schnee blau
Blaues Wachs enthält viel Härter und ist dadurch sehr abriebfest. Ideal für kalten, trockenen Schnee bei dem weichere Wachse sehr schnell abgerieben sind.
Blaue Wachse werden von manchen auch als Universalwachs eingesetzt da man nicht so oft nachwachsen muß. Die Eigenschaften:
- Härte: hart
- Temperaturbereich: -5 bis -30 Grad Lufttemperatur (siehe Herstellerangabe)
- Schneeart: trockener, kalter Schnee, Neuschnee
- Bügeltemperatur: 140 bis 150 Grad
- Vorteil: sehr abriebfest, langlebiges Universalwachs
- Einsatzbereich: Wachs für feinkörnigen Schnee deutlich unterhalb des Gefrierpunktes
Blaue Wachse nimmt man wenn der Schneeball gleich wieder auseinanderfällt. Oder wenn einem die Haltbarkeit wichtiger ist als die Geschwindigkeit.
Sehr kalter Schnee türkis
Türkises Wachs gibt es nur von Swix. Es ist extrem hart und abriebfest und für aggressive Schneearten optimal geeignet. Zum Beispiel auf dem Gletscher oder in Skihallen. Aber auch als haltbares Grundwachs für Liquidwachse einsetzbar. Die Eigenschaften:
- Härte: sehr hart
- Temperaturbereich: -10 bis -18 Grad Lufttemperatur
- Schneeart: sehr kalter Schnee, Gletscherschnee, Kunstschnee
- Bügeltemperatur: 140 bis 150 Grad
- Vorteil: sehr abriebfest, langlebiges Universalwachs
- Einsatzbereich: Wachs für aggressive Schneearten
Türkise Wachse nimmt man wenn sich der Schneeball schlecht formen lässt und auseinanderfällt. Oder wenn einem die Haltbarkeit wichtiger ist als die Geschwindigkeit.
Extrem kalter Schnee grün
Ältere Skifahrer und Langläufer kennen es noch. Grün war früher ein Standardwachs aber Aufgrund der Klimaerwärmung gibt es Temperaturen unter -20 Grad nur noch sehr selten.
Deshalb gibt es so gut wie keine grünen Wachse mehr. Die Eigenschaften:
- Härte: sehr hart
- Temperaturbereich: -14 bis -32 Grad Lufttemperatur (siehe Herstellerangabe)
- Schneeart: extrem kalter Schnee, Neuschnee
- Bügeltemperatur: 140 bis 150 Grad
- Vorteil: extrem abriebfest
- Einsatzbereich: extrem kalte Bedingungen, Schutzwachs für den Kantenbereich
Grüne Wachse nimmt man wenn es extrem kalt und trocken ist. Sehr gut auch als Schutzwachs für Snowboards oder Slalomcarver neben die Skikante.
Kunstschnee anthrazit
Graue Wachse enthalten den Schmierstoff Molybdän. Dieser reduziert die Trockenreibung die bei aggressiverem oder schmutzigem Schnee entsteht. Graue Wachse sind Additive welche den anderen Wachsen beigemischt werden um die Abriebfestigkeit zu verbessern ohne daß die Eigenschaften des Basiswachses verschlechtert werden. Die Eigenschaften:
- Härte: mittelhart
- Temperaturbereich: +10 bis -30 Grad Lufttemperatur
- Schneeart: Kunstschnee, schmutziger Schnee
- Bügeltemperatur: 140 Grad
- Vorteil: reduziert die Trockenreibung
- Einsatzbereich: zum Beimischen bei aggressiven Schneearten
Graue Wachse werden im Verhältnis 1:2 gelben oder roten Wachsen beigemischt.
Ralf´s Kaufhilfen: Die häufigsten Fragen zum Thema
1. Was bedeutet das Farbsystem bei Skiwachs?
Skiwachse sind mit einem weitgehend einheitlichen Farbsystem gekennzeichnet. Jede Farbe steht für einen bestimmten Temperaturbereich und die dazu passenden Schneebedingungen, sodass sich anhand der Farbe schnell das passende Wachs finden lässt.
2. Wovon hängt die Farbe bzw. Härte eines Skiwachses ab?
Die Farbe hängt vom Mischungsverhältnis aus Paraffin und Härter ab: Je größer der Paraffinanteil, desto wasserabstoßender ist das Wachs, je mehr Härter enthalten ist, desto abriebfester ist es.
3. Welche Farben gibt es offiziell im Skiwachs-Farbsystem?
Offiziell gibt es die drei Hauptfarben Gelb, Rot und Blau. Dazu kommen Weiß mit einer Doppelbedeutung, die Zwischenfarbe Violett und das sehr harte Türkis von Swix sowie Anthrazit als Zusatz für Molybdänwachs.
4. Wofür wird gelbes Skiwachs verwendet?
Gelbes Wachs ist sehr wasserabstoßend und wird für nassen, grobkörnigen Schnee eingesetzt, bei dem die Abriebfestigkeit keine große Rolle spielt. Es hat eine niedrige Bügeltemperatur von etwa 110 bis 130 Grad.
5. Wie erkenne ich, ob ich gelbes Wachs brauche?
Ein einfacher Test: Wenn Du einen Schneeball formen kannst und beim Zusammendrücken Wasser austritt, handelt es sich um nassen Schnee – dann ist gelbes Wachs die richtige Wahl.
6. Wofür wird rotes Skiwachs verwendet?
Rotes Wachs ist das meistverwendete Skiwachs, da es einen breiten Einsatzbereich abdeckt und gute Gleiteigenschaften mit hoher Abriebfestigkeit vereint. Es eignet sich für trockenen bis feuchten Schnee.
7. Wie erkenne ich, ob ich rotes Wachs brauche?
Wenn Du einen perfekten Schneeball formen kannst, bei dem beim Zusammendrücken aber kein Wasser austritt, ist rotes Wachs geeignet.
8. Was ist der Unterschied zwischen violettem und blauem Wachs?
Violettes Wachs (nur von Swix) ist etwas härter als Rot und eignet sich für trockenen, nicht zu kalten Schnee. Blaues Wachs enthält noch mehr Härter, ist dadurch sehr abriebfest und eignet sich für kalten, trockenen Schnee, bei dem weichere Wachse zu schnell abgerieben würden.
9. Wofür wird türkises Skiwachs verwendet?
Türkises Wachs, ebenfalls nur von Swix, ist extrem hart und abriebfest und eignet sich für besonders aggressive Schneearten, etwa auf dem Gletscher oder in Skihallen. Es lässt sich auch als haltbares Grundwachs für Liquidwachse einsetzen.
10. Gibt es grünes Skiwachs noch?
Grün war früher ein Standardwachs für extrem kalten Schnee unter -20 Grad, wird aber aufgrund des Klimawandels kaum noch benötigt, da solche Temperaturen immer seltener vorkommen. Entsprechend gibt es inzwischen kaum noch grüne Wachse im Handel.
11. Was hat es mit weißem Skiwachs auf sich?
Weiß hat im Farbsystem eine Doppelbedeutung: Zum einen gibt es mittelharte weiße Universalwachse (bei Toko und Swix üblich), zum anderen sehr harte weiße Spezialwachse für eisige Pisten und Loipen, die heute häufig als Grundwachs für Liquidwachse verwendet werden.
12. Warum sind manche Universalwachse weiß, pink, rot oder beige statt rot/violett?
Die Farbe von Universalwachsen ist bei den Herstellern nicht einheitlich festgelegt. Toko und Swix verwenden vorwiegend Weiß, Holmenkol Weiß und Pink, pflanzenbasierte Bio-Wachse sind meist beige.
13. Wofür wird das graue bzw. anthrazitfarbene Wachs verwendet?
Graue (anthrazitfarbene) Wachse enthalten den Schmierstoff Molybdän, der die Trockenreibung bei aggressivem oder schmutzigem Schnee reduziert. Sie sind Additive, die im Verhältnis 1:2 gelben oder roten Wachsen beigemischt werden.
14. Kann ich Wachsfarben selbst mischen?
Ja, zum Beispiel lässt sich Violett auch aus Rot und Blau selbst mischen – je mehr Blau enthalten ist, desto abriebfester wird das Ergebnis.
15. Wie finde ich ohne Thermometer heraus, welche Wachsfarbe ich brauche?
Der Schneeball-Test hilft: Tritt beim Zusammendrücken Wasser aus, ist es nasser Schnee (gelb). Lässt sich ein fester Ball formen, ohne dass Wasser austritt, ist es feuchter bis trockener Schnee (rot/violett). Fällt der Schneeball beim Formen direkt wieder auseinander, handelt es sich um kalten, trockenen Schnee (blau/türkis/grün).